Geiss-Niddaer „naturdetektive“ bei den Schafen

Am Samstag Nachmittag bekamen die Schafe auf dem „Dretsch“ in Geiss-Nidda Besuch. 14 „naturdetektive“ der Kinder- und Jugendgruppe der NVSG Geiss-Nidda wanderten auf den „Dretsch“, um die Zusammenhänge zwischen Schafbeweidung und Magerrasen kennenzulernen. Sie erfuhren, dass der Mensch schon seit tausenden von Jahren Schafe domestiziert hat und eng mit ihnen zusammenlebt. Schafe wurden seit alters her als Wolllieferanten hoch geschätzt, auch ihr Fleisch versorgte die Menschen mit wertvollen Nährstoffen. Ursprünglich kamen sie aus dem Hochland von Anatolien aber sie wurden bereits vor langer Zeit auch in Deutschland eingeführt. Durch die Beweidung  mit Schafen entstanden besondere Naturflächen, die durch ihren Artenreichtum ausgezeichnet sind. Offene Landschaften mit großer Biodiversität sind heute absolute Kostbarkeiten. Sie beherbergen nicht nur eine Vielzahl von Blühpflanzen und Gräsern, sondern sind auch Lebensraum verschiedenster Insekten, Reptilien und Kleinsäuger und locken dadurch auch viele Vögel an, die hier ihre Beutetiere und damit ihre Nahrung finden.

Als die „naturdetektive“ am Weidezaun eintrafen wurden die Schafe schnell neugierig und kamen an den Weidezaun. Die Kinder durften mit Erlaubnis des Eigentümers mit Brot füttern und die Schafe auch streicheln, so dass die erste Stunde des Besuchs wie im Flug verging. Frau Bär, Naturschutzbeauftragte der Stadt Nidda, erklärte dann, warum die Schafbeweidung so wichtig ist, welche Pflanzen die Schafe gern fressen. Es wurden auf der benachbarten Wiese Pflanzen gesammelt und die Kinder konnten selbst ausprobieren, welches die bevorzugten und schmackhaftesten Pflanzen sind. Die Schafe fraßen sie ihnen aus der Hand. Dieser direkte Kontakt der Kinder zu den Tieren ist wichtig, um einen angemessenen und respektvollen Umgang zu lernen und eine Beziehung herzustellen. Glücklicherweise gibt es in Geiss-Nidda noch einige Landwirte, die Schafe halten und damit einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Naturlandschaft erbringen. Das natura 2000 Gebiet „Dretsch“ ist Schutzgebiet mit europäischen Rang und ein wertvoller Baustein im Naturnetz Europas zum Erhalt seltener Pflanzen und Tiere. Ohne die Schafbeweidung würde es schnell seinen Wert verlieren.

Auf dem Rückweg bestimmten die Kinder auf den angrenzenden Wiesen unter Anleitung von Frau Bär noch viele Blütenpflanzen und Gräser. So verlief der Nachmittag bei strahlendem Frühsommer-Wetter. Die Schafe hatten Abwechslung und ein bisschen Aufregung wegen der zahlreichen Besucher und die Kinder bekamen eine bleibende Erinnerung.

[shariff]